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Dinner for Two (26.10.94) | Dinner for Two (9.11.94)
Hallo, Freunde des Dinner for Two!
Der Herbst hat begonnen, und das ist fuer uns Anlass, ein Wildgericht
in das ´Dinner for Two´ aufzunehmen. Ausgesucht haben wir uns dazu
das einzige wirklich essbare Teil des Hirsches, naemlich das Filet.
Der Hirsch wird auch als ´Rinderbraten der Reichen´ bezeichnet, aber
sein Fleisch ist im Allgemeinen hart, grob und trocken und daher nur
im gekochten Zustand als Gulasch geniessbar. Das Fleisch der
Hirschkuh ist schon wesentlich weicher, aber einen wirklichen
Gaumenschmaus stellt eigentlich nur das Hirschkalb dar. Allerdings
ist es nur selten zu erhalten, und wenn, dann ist es entsprechend
teuer.
Unter Jaegern sehr begehrt ist uebrigens der sogenannte ´Hirschkolben´.
Das sind die weichen, zarten, um Johannis etwa handhohen Stangen des
jungen Hirschgeweihs. Sie werden blanchiert, dann in Wasser
weichgekocht, enthaeutet, in Scheiben geschnitten und mit Trueffeln und
Zitronenschale in etwas Butter angelassen. Schliesslich werden sie
noch mit Fleischbruehe aufgekocht und als Ragout serviert. Fuer
Nichtjaeger duerfte es allerdings unmoeglich sein, diese Delikatesse zu
ergattern.
Da ist es schon wesentlich einfacher, gute Gefluegellebern zu kaufen.
Gaenselebern sind natuerlich besonders geeignet. Noch besser im
Geschmack ist angeblich die sogenannte Gaensestopfleber, die aber in
Deutschland nicht verkauft werden darf. Der Grund dafuer ist die
Tierquaelerei bei der Aufzucht der Tiere, die mit brutalen Methoden
ueberfuettert werden, bis die Leber anormal gross ist.
Da halten wir uns dann doch lieber an Huehner-, Enten- oder
Taubenlebern, die ebenso wie Gaenseleber aus durchschnittlich 71%
Wasser, 13-15% Eiweiss und nur 3% Fett bestehen und daher im Naehrwert
wie in der Verdaulichkeit dem mageren Muskelfleisch sehr nahe kommen.
Im Mittelpunkt der Nachspeise steht die Haselnuss, die in ganz Europa
und Nordasien verbreitet ist und auch im Garten gezogen werden kann.
Der wuerzige Kern liefert ein lichtgelbes, ungemein fein und milde
schmeckendes Oel. Die bedeutendsten Haselnuss-Sorten sind die
Zellernuss (vom Kloster Zell bei Wuerzburg zuerst gezogen), die
Roemische (die aus dem Pontus nach Rom kam), die franzoesische Lyoner
und die spanische Barcelona-Nuss. Sie alle gehoeren zur Familie der
Lamberts- oder Langbarts-Nuss. In Oesterreich und Ungarn kommen
ausserdem Bestaende der Baumhasel vor, die 1582 durch David v. Ungnad
aus Konstantinopel nach Niederoesterreich gelangte und deren aeltester
und groesster Stamm sich im Park von Merkenstein befindet. Durch seine
biegsamen Ruten hatte der Haselnuss-Strauch frueher auch eine starke
paedagogische Bedeutung. ;-)
BESONDERHEITEN: Die Lebern koennen schon am Vortag geputzt und ueber
Nacht in Buttermilch eingelegt werden. Die Kartoffeln fuer die
Kroketten sollten schon am Vortag gekocht werden. Wer will, kann
natuerlich auch tiefgefrorene Kroketten nehmen, aber wir haben beim
DfT schon einmal Herzoginkartoffeln selbstgemacht, und diese waren
wesentlich lockerer und besser als industriell hergestellte. Deshalb
** Gepostet von Franz Betzel
Date: Mon, 26 Sep 1994
Erfasser: Christa&Franz
Datum: 08.11.1994
Stichworte: P2, Dinner, Menue
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